Mit professioneller Unterstützung Innenstadtentwicklung planen

FWG will Mischverkehrsfläche vor dem Rathaus weiter unterstützen

Was kommt nach dem Outlet-Aus? – Klar ist, dass sich die Probleme, mit denen die Rietberger Innenstadt zu kämpfen hat, nicht von allein irgendwann in Luft auflösen. Deshalb will die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Rietberg nun nach vorn schauen und die Suche nach tragfähigen Konzepten gegen die weitere Verödung und das Ladensterben an der Rathausstraße intensivieren. Eine Umwandlung von Geschäftsräumen in Wohnraum will die FWG definitiv nicht. „Wenn es das COC nicht sein soll – und das hat sich durch das Abstimmungsergebnis deutlich gezeigt – müssen sich alle Beteiligten nun darauf fokussieren, Maßnahmen zu entwickeln, um Aufenthaltsqualität zu schaffen und mehr Menschen, mehr Handel und Leben dauerhaft in der Innenstadt zu verankern“, resümiert die FWG-Vorsitzende Ute Buchheim. So sei in den vergangenen Wochen in der Bürgerschaft beispielsweise der Wunsch nach nachhaltiger und behutsamer Entwicklung geäußert worden. „Solche Anregungen sind wichtig, müssen auf den Tisch und mit möglichst vielen anderen Anstößen sachlich diskutiert und vor allem professionell auf eine mögliche Realisierbarkeit geprüft werden. Viele Rietberger Bürger hätten durchaus die Zielvision einer lebendigen Innenstadt. Nun gelte es, die Instrumente und Mittel zu identifizieren, um dieses Ziel zu erreichen. Buchheim: „Ein Ideenwettbewerb mit anschließender Preisvergabe, an dem sich alle Bürger beteiligen können, wie ihn die CDU favorisiert, ist ja ganz nett, aber damit ist es nicht getan. Wir brauchen schon in dieser Findungsphase Profis, die Marktrealitäten kennen, Erfahrungs- und Vergleichswerte haben sowie eine wissenschaftliche Unterstützung.“

Professionelle Hilfe aus den Bereichen Stadtplanung, Handel und Marketing hält auch FWG-Fraktionsvorsitzender Jürgen Don für unentbehrlich. Eine fachliche Begleitung sei allein deshalb notwendig, um Ideen zu kanalisieren und auf ihre grundsätzlich Machbarkeit hin zu überprüfen. Don: „Es gilt, bei allen Ideen die Realität nicht aus den Augen zu verlieren und die Diskussion auf eine auch ausführbare Ebene zu bringen.“ Dazu sei beispielsweise der Beitritt der Stadt Rietberg zum NRW-weiten „Netzwerk Innenstadt“ ein erster Schritt. Die FWG begrüßt auch die Idee von Bürgermeister Sunder, neue Plätze zu schaffen, wie etwa die Mischverkehrsfläche zur Verkehrsberuhigung vor dem Rathaus und einen Ort mit Aufenthaltscharakter zwischen Kirche, Rathaus und Verwaltungsgebäude. Vielversprechend seien zudem die ersten Planungen, die der Bürgermeister für díe Vermarktung regionaler Produkte vorgeschlagen habe. Man werde die Verwaltung auffordern, hier weiterzumachen und einen professionellen Dialog zur Stadtentwicklung zu terminieren. Don: „Rietberg muss seinen ganz individuellen Weg finden, um die Rathausstraße wieder als Hauptschlagader und Herz der Stadt zu reanimieren.“ Es könne nicht mal eben so ein fertiges Konzept aus der Schreibtischschublade gezogen oder bei einer Google-Recherche gefunden werden. Auch sei es mit Einzelmaßnahmen nicht getan. Buchheim: „Rietberg muss in Sachen Stadtentwicklung als Ganzes verstanden werden. Dazu gehört die Verzahnung von touristischen, kulturellen und wirtschaftlichen Angeboten mit der Innenstadt.“